Release-News: Betriebswirtschaftliche Lösungen (6.3)

Vorwort

Neben vielen kleinen und größeren Verbesserungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Fehlertoleranz und Robustheit sowie Ergonomie wurden diverse neue Funktionen und Anwendungen entwickelt. Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht über die wichtigsten Neuerungen und Optimierungen, die Sie mit Comarch ERP Enterprise 6.3 erhalten. Diese Übersicht spiegelt einen Ausschnitt aller Weiterentwicklungen wider. Eine Auflistung der Weiterentwicklungen finden Sie im Begleitschreiben zur Auslieferung.

Anpassbarkeit

Folgende Anwendungen wurden auf die Technik der anpassbaren Oberfläche umgestellt:

  • Ausprägungen
  • Banken
  • Beschaffungs-Bonusvereinbarungsarten
  • Beschaffungspreis-Komponentenarten
  • Beschaffungspreis-Listungen
  • Buchungsschlüssel
  • Geschäftsjahrstatus
  • Handelsstücklisten
  • Inventurarten
  • Kommissionsarten
  • Lademittellisten
  • Ladungsarten
  • Lagerauftragsarten
  • Lagerplatzarten
  • Lagerplätze
  • Lagerrestriktionen
  • Lagerstrategien
  • Lieferauftragsarten
  • Lieferbedingungen
  • Nummernkreise
  • Sortiments-Listungen
  • Steuer-Befreiungen
  • Steuer-Register
  • Textbausteine
  • Verpackungseigenschaften
  • Verpackungsgruppen
  • Versandbedingungen
  • Vertriebs-Bonusvereinbarungsarten
  • Vertriebspreis-Komponentenarten
  • Vertriebspreis-Listungen
  • Werkskalenderarten
  • Zahlungsarten

Basis

Referenz-/Varianten-Artikel: Artikelmerkmale und Artikelmerkmal-Klassifikationen

Zur Optimierung der Verwendung von Artikelmerkmalen wurde insbesondere Folgendes geändert und hinzugefügt:

Sie erfassen mithilfe einer Feldart ein Artikelmerkmal in der neuen Anwendung Artikelmerkmale. Dabei legen Sie die Werte des Artikelmerkmals fest. Sie bestimmen außerdem für das Merkmal den Merkmaltyp und können mit dieser Unterscheidung gezielt innerhalb der Artikelmerkmal-Klassifikationen die Merkmale einstufen bzw. fein justieren. Ihnen stehen folgende Merkmaltypen zur Auswahl:

  • Global
  • Gruppe
  • Lokal

Für das Gruppieren steht Ihnen die neue Tabellen-Anwendung Artikelmerkmalgruppen zur Verfügung, worin Sie eine Gruppen-Identifikation und Bezeichnung erfassen. Mehrere Artikelmerkmale können Sie einer Gruppe zuordnen und eine Gruppe für die Zuordnung bei einer Klassifikation verwenden. Dadurch können Sie alle Artikelmerkmale einer Gruppe in einem Schritt einem Klassifikationsknoten zuweisen.

In der bisherigen Anwendung Artikelmerkmale wurden die Artikel den Artikelmerkmalen zugeordnet, die auf einer Klassifikationsebene festgelegt wurden. Deshalb wurde diese Anwendung in Artikel-Artikelmerkmal-Zuordnungen umbenannt. Die Bedienung und die Gestaltung entsprechen im Wesentlichen der bisherigen Anwendung.

Neu ist, dass Referenz-Artikel nicht nur Blättern, sondern auch Ordnern zugeordnet werden können. Zudem können Werte für Referenz-Artikel festgelegt werden, die für Varianten-Artikel nicht änderbar sind. Darüber hinaus können Sie für Referenz-Artikel festlegen, welche Artikelmerkmale bei den zugehörigen Varianten-Artikeln in Kombination eindeutige Werte haben müssen.

Im Zuge dieser Entwicklungen wurde auch die Anwendung Artikelmerkmal-Klassifikationen optimiert, sodass Sie zusätzlich im Editor für Artikelmerkmale über Folgendes informiert werden:

  • Merkmaltyp
  • Merkmalgruppe
  • Merkmalstatus

Darüber hinaus stehen entsprechende Cockpit-Anwendungen für Abfrage zur Verfügung:

  • Cockpit: Artikelmerkmale
  • Cockpit: Artikel-Artikelmerkmal-Zuordnungen
  • Cockpit: Artikelmerkmal-Klassifikationen

Zudem wurden die Importfunktionen entsprechend angepasst und ergänzt. Artikelmerkmale können eigenständig exportiert und importiert werden. Der Import über das folgende Business Object wird nicht mehr angeboten, ein Export ist aber weiterhin möglich:

com.cisag.app.general.extension.obj.EntityExtensionSet

Für Artikelmerkmale steht eine Korrektur-Anwendung zur Verfügung.

Hinweis
Wir empfehlen, die Verwendung globaler Merkmale wegen ihrer ungünstigen Speicherung in der Datenbank zu meiden. In diesem Zuge können globale Merkmale nur noch mit einer in einer Berechtigungsrolle erlaubten neuen Fähigkeit bearbeitet und neu zugeordnet werden. Neue Warnungen weisen auf bereits vorhandene Zuordnungen von globalen Merkmalen hin.
Hinweis
Bei Bedarf kann der Merkmaltyp für ein bestehendes Artikelmerkmal geändert werden. Dies geschieht in mehreren Schritten, wobei die vorhandenen Klassifikationszuordnungen und Artikelmerkmalwerte ebenfalls passend geändert werden.

Varianten-Artikel zu Referenz-Artikel suchen und hinzufügen

In ausgewählten Beleg-Anwendungen kann für einen gegebenen Referenz-Artikel über die Artikelmerkmale nach den dazugehörigen Varianten gesucht, die Mengen pro Variante festgelegt und diese anschließend als neue Belegpositionen zu einem vorhandenen Beleg hinzugefügt werden. Für die Suche stehen die Artikelmerkmale der Referenz-Artikel, Varianten-Artikel und sonstige Artikelmerkmale zur Verfügung.

Die Aktion steht für folgende Beleg-Anwendungen zur Verfügung:

  • Beschaffungsanfragen
  • Beschaffungsangebote
  • Beschaffungskontrakte
  • Beschaffungsaufträge
  • Vertriebsanfragen
  • Vertriebsangebote
  • Vertriebskontrakte
  • Vertriebsaufträge
  • Vertriebsschnellerfassungsbelege
  • Verteilanfragen
  • Verteilaufträge

Artikel suchen und hinzufügen

In ausgewählten Beleg-Anwendungen kann mithilfe der Aktion [Artikel suchen und hinzufügen] in der Tabellen-Symbolleiste ein Artikel herausgesucht und als neue Belegposition zu einem vorhandenen Beleg hinzugefügt werden. Dabei ist zu beachten, dass nur dann Positionen hinzugefügt werden können, wenn für den Beleg das Hinzufügen gemäß Belegstatus erlaubt ist. Die neue Position wird mit der Menge 0 hinzugefügt und gespeichert. Konnte kein Bruttopreis ermittelt werden, dann steht Ihnen z. B. die Aktion [Rechnungskonditionen ändern] zur Verfügung, um die Einstellungen für die Ermittlung anzupassen.

Die Aktion bestand bereits für einige Beleg-Anwendungen in vorherigen Releases, z. B. für die Anwendung Vertriebsschnellerfassungsbelege. Die Aktion wird nun für folgende Beleg-Anwendungen angeboten:

  • Vertriebsschnellerfassungsbelege
  • Vertriebsanfragen
  • Vertriebsangebote
  • Vertriebskontrakte
  • Vertriebsaufträge
  • Verteilanfragen
  • Verteilaufträge
  • Beschaffungsanfragen
  • Beschaffungsangebote
  • Beschaffungskontrakte
  • Beschaffungsaufträge

Dabei steht für die Anwendungen des Frameworks Vertrieb die Suche nach Vertriebs-Artikeln zur Verfügung, und für die Anwendungen des Frameworks Beschaffung die Suchen nach Beschaffungs- sowie Lieferanten-Artikeln.

In den Anwendungen Verteilanfragen und Verteilaufträge steht die Suche nach Vertriebs-Artikeln zur Verfügung.

Ist in der Anwendung Customizing für den Mandanten die Funktion Artikelmerkmale aktiviert, dann steht zusätzlich die Suche nach Artikelmerkmalen zur Verfügung. Wenn im Vertrieb für den relevanten Kunden zum relevanten Termin die Sortimente aktiviert sind, dann wird die Ergebnismenge bei der Suche nach Vertriebs-Artikeln gemäß der relevanten Sortimentsfestlegung reduziert.

Nachkommastellen-Einstellung für Preise und Beträge pro Währung festlegbar

Bisher wurde die Anzahl an Nachkommastellen für Preise in der Anwendung Customizing festgelegt. Diese Festlegung wurde in die Anwendung Währungen verlagert. Darin können Sie nunmehr die Anzahl an Nachkommastellen für Preise und für Beträge separat bestimmen. Dadurch ist gezielter pro Währung festlegbar, wie gerundet werden soll.

In der Anwendung Customizing wird nur noch festgelegt, wie viele Nachkommastellen für Preise angezeigt werden sollen, so wie z. B. für die Mengendarstellung.

Personendaten

In der Anwendung Partner steht in der Ansicht Basis für den Partnertyp Person der neue Karteireiter Personendaten zur Verfügung. Darunter können folgende Daten erfasst werden, die zur Identifikation einer Person führen:

  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • Land des Geburtsortes
  • Hinweis zum Geburtsland

Diese Personendaten können mithilfe der Funktionen für die Erfüllung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geeignet geschützt werden.

Die in der Ansicht Rechnungswesen unter dem Karteireiter Finanzbuchhaltungsdaten bisher geführten Personendaten (Geburtsort, Geburtstag) stehen noch zur Verfügung, werden aber nicht mehr gewartet und werden z. B. für den Import von Partnerdaten nicht mehr herangezogen.

Verwendung von Stornierungsgründen abhängig vom Belegtyp einstellbar

Die Sichtbarkeit der Anwendungen Stornierungsgründe und Stornierungsgründe-Zuordnungen sind nicht mehr abhängig von einer Customizing-Einstellung. Stattdessen kann pro folgenden Belegtypen in der Anwendung Customizing festgelegt werden, ob Stornierungsgründe überhaupt, optional oder verbindlich verwendet werden sollen:

  • Eingangsrechnung
  • Wareneingang
  • Lieferauftrag
  • Anzahlungsanforderung
  • Rechnungserzeugung (im Vertrieb)
Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.2 zur Verfügung.

Compliance-Management

Belegdokumente löschen

Gemäß der Aufbewahrungskategorie-Zuordnungen werden für die Reorganisation von Belegdokumenten folgende Business Entitys berücksichtigt:

  • Anzahlungsanforderung
  • Auftragsbestätigung
  • Ausgangsrechnung
  • Beschaffungsanfrage
  • Beschaffungsangebot
  • Beschaffungsauftrag
  • Beschaffungskontrakt
  • Bestellbestätigung
  • Bestellung
  • Debitoren-Guthaben
  • Dokument
  • Eingangsrechnung
  • Handelskalkulation
  • Kampagne
  • Kommission
  • Konsignations-Entnahmemeldung
  • Kunden-Rücksendung
  • Ladung
  • Lageranforderung
  • Lagerauftrag
  • Lieferauftrag
  • Produktionsauftrag
  • Produktkalkulation
  • Produktkalkulations-Vergleich
  • Pro-forma-Rechnung
  • Rechnungskorrektur
  • Rückrufaktion
  • Verteilanfrage
  • Verteilauftrag
  • Vertriebsanfrage
  • Vertriebsangebot
  • Vertriebsauftrag
  • Vertriebsaussicht
  • Vertriebskontrakt
  • Vertriebsschnellerfassungsbeleg
  • Wareneingang
Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.2 zur Verfügung.

Beschaffung

Beschaffungsauftragspositionen mit Belegbeziehung importierbar

Beschaffungsauftragspositionen können mit folgender Beziehung importiert werden:

Beschaffungskontraktposition (nur Grundposition)

Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.1 zur Verfügung.

Wechselkursänderung für Eingangsrechnung aus Verteilprozess

Wenn Eingangsrechnungen automatisch aus dem Verteilprozess erzeugt werden, dann spiegelt das nicht immer den Lieferprozess wider. Eine Lieferung kann unter Umständen erst lange nach dem Erzeugen einer Eingangsrechnung erfolgen. Dieser Umstand kann sich negativ auf die Bestandsbewertung auswirken, wenn Rechnungen in Fremdwährungen erzeugt werden und Wechselkurse schwanken. Um darauf geeignet reagieren zu können, steht für Eingangsrechnungen aus Verteilung, die sich im Status Freigegeben nicht direkt bearbeiten lassen, die bekannte Aktion [Kurs oder Lieferanten-Rechnungsdatum ändern] zur Verfügung. Darüber können Sie den Wechselkurs ändern, wenn dies die Vorbedingungen zulassen. Das Belegdatum können Sie nicht ändern.

Darüber hinaus können Sie in der Eingangsrechnungsart festlegen, welchen Status eine Eingangsrechnung aus Verteilung nach ihrer Erzeugung erhalten soll. Ihnen stehen Freigegeben und Erledigt zur Verfügung. Eingangsrechnungen mit dem Status Freigegeben lassen sich mithilfe der Aktion [Kurs oder Lieferanten-Rechnungsdatum ändern] bearbeiten.

Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.2 zur Verfügung.

Automatisches Buchen im Gutschriftsverfahren

In der Eingangsrechnungsart wurde die Funktion [Automatisches Buchen] umbenannt in [Im Gutschriftsverfahren automatisch buchen]. Sie legen damit fest, ob eine Eingangsrechnung automatisch gebucht werden soll, die im Rahmen des Gutschriftsverfahrens erzeugt wurde. Ist die Funktion aktiviert, dann wird nach der Erzeugung solch einer Eingangsrechnung automatisch die Aktion [Eingangsrechnung buchen] ausgeführt.

Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.2 zur Verfügung.

Dokumenten-Management

Andockbares Fenster für Dokumentdateien

Die Buttons zum Erzeugen und Abfragen von Dokumenten und Notizen wurden beispielhaft in der Anwendung Dokumente aus der Standard-Symbolleiste in das andockbare Fenster Dokumentdateien verschoben. In dem andockbaren Fenster werden auch die Dokumentdateien angezeigt, die mit dem Business Entity verknüpft sind, das im Anwendungsbereich geöffnet ist. Mit einem Klick kann die Dokumentdatei geöffnet werden.

Weitere Anwendungen werden sukzessive angepasst.

Dokument-Datei per Drag & Drop hochladen

Das Hochladen einer Datei über die Anwendung Dokumente wurde optimiert. Dazu wurde ein weiteres Feld oberhalb des Feldes Dokument-Datei hinzugefügt. Per Drag & Drop können Sie eine Dateireferenz in dieses neue Feld einfügen und damit mit dem Dokument verknüpfen. Alternativ klicken Sie in das Feld, um das Dialogfenster für die Auswahl einer Datei zu öffnen und darüber eine Datei auszuwählen.

Vorschlagswerte für Dokumentarten und Dokument-Verknüpfungsarten hinterlegen

Um eine schnellere Erfassung von Dokumenten mit Verknüpfung zu Business Entitys zu ermöglichen, können folgende Vorschlagswerte hinterlegt werden:

  • In der Anwendung Customizing können Sie neben den Einstellungen für Notizen nun auch für Dokumente je einen Vorschlagswert für die Dokumentart und die Dokument-Verknüpfungsart hinterlegen.
  • In der Anwendung Dokumentarten können Sie pro Dokumentart geeignete Dokument-Verknüpfungsarten hinterlegen, die in dem jeweiligen Dialogfenster zum Erfassen von Dokumenten oder Notizen in der Wertehilfe zur Auswahl angeboten werden.

Vereinfachte Erfassung von Notizen

Für die vereinfachte Erfassung von Notizen für Business Entitys steht eine neue Aktion zur Verfügung. Mithilfe dieser Aktion können Sie die wenigen Daten, die für Notizen erforderlich sind, in einem Dialogfenster erfassen. Durch Klicken eines Buttons wird die Notiz erzeugt. Die bisher notwendigen Schritte in der Anwendung Dokumente entfallen.

Lagerlogistik

Lagerstrategie: Cross-Docking

Cross Docking ist ein Ausdruck für das Durchreichen von Wareneingangsmengen direkt in die Warenausgangszone, sodass diese schnellstmöglich ausgeliefert werden können. Der Transportprozess für das Ein- und Auslagern wird also dadurch erspart. Die Cross-Docking-Mengen richten sich nach den geplanten Abgängen in der Warenausgangszone, z. B. aufgrund von Vertriebsaufträgen.

Eine Cross-Docking-Strategie kann für folgende Vorgänge genutzt werden:

  • Einlagerung auf einen unterteilten Lagerort ohne weitere Zielangaben
  • Umlagerung von der Wareneingangszone auf denselben Lagerort ohne weitere Zielangaben

Für eine Lagerstrategie können Sie dazu bestimmen, ob und wie Sie eine Cross-Docking-Strategie nutzen möchten und einen Prüfungshorizont festlegen. Der Prüfungshorizont führt dazu, dass zunächst für die Warenausgangszone der Bedarf ermittelt wird und danach in Abhängigkeit der gewählten Cross-Docking-Strategie entweder eine Umlagerung auf die Warenausgangszone erfolgt oder doch eingelagert wird.

Für den komfortablen Umgang mit entsprechenden Lageraufträgen steht zusätzlich das Gruppier- und Sortiermerkmal Cross-Docking in den Anwendungen Lagerorte und Lagerauftragsarten bereit.

Im Zuge dieser Neuerung wurde die Anwendung Lagerstrategien neu gestaltet: Ein- und Auslagerstrategien wurden in eigenen sichtbaren Bereichen zusammengefasst. Sie finden diese Neugestaltung ebenso in den Anwendungen, in denen Lagerstrategien bearbeitet werden können, wie z. B. in der Anwendung Artikel.

Bereinigung virtueller Artikelbestände im Rahmen einer Inventur

Die Lagerzone Inventurdifferenzen enthält unter anderem Rundungsdifferenzen von Artikeln mit parallelen Artikeleinheiten. Wenn beispielsweise bei einem Wareneingang 10 Stück eines Artikels mit einem Gewicht von 10 kg ins Lager gebucht werden und anschließend – aufgrund von Feuchtigkeit oder anderen Faktoren – 9 Stück mit einem Gewicht von 11 kg aus demselben Lager ausgegeben werden, dann würde der resultierende Bestand 1 Stück mit einem Gewicht von ‑1 kg betragen. Wenn kg eine parallele Artikeleinheit und nicht einfach ein Maß ist und alle Einheiten das gleiche Vorzeichen haben müssen (entweder positiv oder negativ), dann ist dies kein zulässiger Zustand.

Stattdessen wird der neue Bestand 1 Stück mit einem Gewicht von 0 kg sein. Die Differenz von -1 kg kann aber nicht einfach aus dem Lager verschwinden. Stattdessen wird sie in die Lagerzone Inventurdifferenzen gebucht. Diese virtuelle Zone enthält alle derartigen Differenzen. Im Laufe der Zeit kann dies zu erheblichen Beträgen führen, die sich in Bestandsabfragen auf Lagerortebene niederschlagen.

Zum Bereinigen der Lagerzone Inventurdifferenzen und der darin bestehenden virtuellen Bestände kann im Rahmen einer Stichtagsinventur oder eines Bestandsabgleiches eine Inventurzählliste des Typs Inventurdifferenzliste erzeugt werden, die artikelbasiert ist. Die Inventurdifferenzliste enthält die virtuellen Bestände. Durch die Übernahme der Soll-Mengen werden die virtuellen Bestände in der Lagerzone Inventurdifferenzen entfernt.

Inventurzähllistenerzeugung über Cockpit-Anwendungen

Für das Erzeugen von Inventurzähllisten aus Cockpit-Anwendungen heraus wurde der Parameterumfang erhöht. Nunmehr können folgende Parameter eingestellt werden:

  • Zählumfang (Artikel, Lagerplatz)
  • Bestandseigentümerbeziehung (Prüfung)
  • Lagerortbeziehung (Prüfung)
  • Herkunft Zuständiger Mitarbeiter (gemäß Inventur, Lagerort oder manuell)
  • Zuständiger Mitarbeiter
  • Bezeichnung
  • Zähllisten nach Lagerort aufteilen

In folgenden Cockpit-Anwendungen steht die Aktion zur Verfügung, mit der Inventurzähllisten erzeugt werden können:

  • Cockpit: Bestände
  • Cockpit: Lagerplatzbestände
  • Cockpit: Aktuelle Bestandswerte
  • Cockpit: Bewegungsdaten

Für folgende Cockpit-Anwendungen steht diese Aktion bereits seit Release 6.2 zur Verfügung. Ab Release 6.3 verfügen auch diese über einen erweiterten Parameter-Umfang:

  • Cockpit: Lager-Artikel
  • Cockpit: Lagerplätze

Rücktransport stornierter Mengen mit Bezug zu einem Lagerauftrag

Wird zum Beispiel ein Wareneingang oder eine Wareneingangsposition storniert, deren Eingangsmengen bereits mit einem Lagerauftrag eingelagert wurden, dann kann diese Bestandsmenge mit neuer Aktion und neuen Einstellungen zurück in die Wareneingangszone umgelagert werden. Dazu wird der für die Einlagerung verwendete Lagerauftrag in der Anwendung Lageraufträge geöffnet und von dort ausgehend mithilfe der neuen Aktion [Lageranforderung für den Rücktransport erzeugen] eine Lageranforderung mit den erforderlichen Daten erzeugt. Mit dieser Lageranforderung wiederum wird durch einen neuen Lagerauftrag die eingelagerte Bestandsmenge von den Zielplätzen wieder zurück in die Wareneingangszone umlagert.

Für diesen Rücktransport können Sie in der Lagerauftragsart die Lageranforderungsart festlegen und auch verschiedene Einstellungen in der Anwendung Customizing vornehmen.

Diese Neuerung ist gleichermaßen über die Anwendungen Cockpit: Lageraufträge und Cockpit: Lageraufträge/Positionen ausführbar und gilt auch für andere Transportprozesse.

Lagerauftrag einem Mitarbeiter automatisch zuordnen

Sie können für Lageraufträge festlegen, ob und wie der für den Lagerauftrag zuständige Mitarbeiter ermittelt und verwendet werden soll. Dazu steht in der Anwendung Lagerauftragsarten das neue Feld Mitarbeiter automatisch zuordnen mit folgenden Einträgen zur Verfügung:

  • Nicht zuordnen
    Die bisherige Angabe zum zuständigen Mitarbeiter bleibt bestehen. Sie können den zuständigen Mitarbeiter im Lagerauftrag erfassen oder ändern.
  • Immer zuordnen
    Der Mitarbeiter, der einen Lagerauftrag in Bearbeitung nimmt, wird als zuständiger Mitarbeiter verwendet.
  • Zuordnen, wenn leer
    Der Mitarbeiter, der einen Lagerauftrag in Bearbeitung nimmt, wird nur dann als zuständiger Mitarbeiter verwendet, wenn diese Angabe fehlt.

In Abhängigkeit der gewählten Einstellung wird für einen Lagerauftrag beim Ausführen der Aktion [In Bearbeitung nehmen] der zuständige Mitarbeiter vom System ermittelt und verwendet.

Zusätzlich steht Ihnen in der Anwendung Cockpit: Lageraufträge die Aktion Mitarbeiter zuordnen zur Verfügung. Dadurch können Sie individuell eine Menge von Lageraufträgen einem Mitarbeiter zuordnen, sodass dieser die ihm

zugeordneten Lageraufträge in seinem Arbeitsvorrat abrufen kann. Auch das Entfernen dieser Zuordnung ist damit möglich.

Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.2 zur Verfügung.

Gesamten Lagerlogistik-Server sperren/entsperren

Der Lagerlogistik-Server kann insgesamt gesperrt oder entsperrt werden. Gesperrte Lagerlogistik-Server verarbeiten keine Anfragen mehr. Dies ist im Wesentlichen für Datenaktualisierungen im Rahmen von Release-Wechseln von Vorteil. Das manuelle Herunterfahren des Lagerlogistik-Servers ist dann nicht mehr notwendig.

Disposition

Lieferkalender

Zur optimalen Berücksichtigung von periodischen Lieferungen in der Materialbedarfsplanung und den daraus folgenden Vorschlägen für die interne und externe Beschaffung wurden neue Anwendungen entwickelt und bestehende erweitert. Ein Lieferkalender ist eine Werkskalenderart. Die Werkskalenderart-Anwendung wurde so erweitert, dass sie eine separate Einstellung für die Berücksichtigung von Feiertagen umfasst. Damit können Feiertage für die Berechnung von Lieferterminen einbezogen und daraus folgend die vorzuschlagenden Beschaffungsmengen in Abhängigkeit der Bedarfsmengen gesteuert werden. Die periodischen Liefertermine erfassen oder importieren Sie in den Lieferkalender als Werktage.

Zugeordnet werden Lieferkalender in der neuen Anwendung Lieferkalender-Zuordnungen. Die Zuordnung kann maximal aus einer Kombination von Artikel, Artikel-Klassifikation, Lieferant und Organisation festgelegt werden. Dazu können Sie in der Anwendung Artikel zu den Dispositionsdaten eine neue Artikel-Lieferkalender-Klassifikation zuordnen, deren Knoten Sie in der Anwendung Klassifikationen bestimmen.

Schließlich können Sie in der Materialbedarfsplanung und für das Berechnen von Beschaffungsvorschlägen wählen, ob Sie Lieferkalender verwenden möchten. Ist im angegebenen Lieferkalender kein Liefertermin vorhanden, dann wird die Materialbedarfsplanung wie bisher ausgeführt.

Hinweis
Die Entwicklung dieser neuen Funktion ist nicht abgeschlossen und wird deshalb teilweise nach Erstauslieferung des Releases 6.3 mit darauf folgenden Fixes ausgeliefert. Beachten Sie bitte die Begleitschreiben zu den Auslieferungen.

Rechnungswesen

Nicht zugeteilte Guthaben-Reservierungen reduzieren

Sie können reservierte Guthaben reduzieren, die nicht zugeteilt wurden. Das System prüft vorab, ob der zugeordnete Beleg, z. B. ein Vertriebsauftrag, mit dem Status Erledigt gekennzeichnet ist. Nur in diesem Fall wird Folgendes ausgeführt:

  • Das reservierte Guthaben wird bis zum zugeteilten Guthaben reduziert, wenn es darüber liegen sollte.
  • Das reservierte Guthaben wird auf 0 reduziert, wenn nichts zugeteilt wurde.

Ist zusätzlich die Funktion [Guthabenreservierungen löschen] aktiviert, dann wird eine Guthabenreservierung unter folgender Bedingung gelöscht:

  • Das reservierte Guthaben wurde auf den Betrag 0 reduziert oder
    war bereits 0.
  • Das reservierte Guthaben hat weder Zuteilungen noch Zuteilungs­stornierungen

Diese neue Aktion steht Ihnen in den Anwendung Cockpit: Debitoren-Guthaben und Cockpit: Debitoren-Guthaben/Reservierungen zur Verfügung. Darüber hinaus wird sie in der Anwendung Cockpit: Ausgangsrechnungen im Rahmen der Ausführung der Aktion [Rechnungen übertragen] angeboten.

Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.2 zur Verfügung.

Zeichenanzahl für Kontonummern und Kostenarten

Für Konten und Kostenarten können Sie in der Anwendung Customizing, Funktion Rechnungswesen die Länge der jeweiligen Nummer pro Firma festlegen. Maximal können die Nummern 50 Stellen für Kontonummern und 55 Stellen für Kostenarten aufweisen. Diese Länge wird beim Erfassen eines neuen Kontos oder einer Kostenart geprüft. Bestehen bereits Nummern, dann wird beim Reduzieren der maximalen Anzahl an Stellen geprüft, ob die bisherigen Nummern weiterhin dieser Anforderung entsprechen. Zu lange Nummern müssen zunächst auf die gewünschte Anzahl gekürzt werden, bevor die Anzahl reduziert werden kann.

Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.2 zur Verfügung.

Vertrieb

Grundpreispflichtige Artikel

Wird ein Artikel an Endverbraucher vertrieben, dann ist für einige Artikel das Ausweisen eines Grundpreises verpflichtend. Damit Sie dieser Verpflichtung nachkommen können, stehen Ihnen folgende Neuerungen bereit:

In der Anwendung Artikel legen Sie bei Bedarf fest, ob ein Artikel generell grundpreispflichtig ist und hinterlegen eine Grundpreismenge und Grundpreis-Bezugsmenge. Müssen Sie z. B. auf Abtropfgewichte agieren, dann können Sie auch eine Grundpreis-Umrechnungsbezugsmenge angeben. Ihnen stehen dazu die 1. Artikeleinheit oder eine der Verpackungseinheiten zur Verfügung.

Aus diesen Artikel-Stammdaten wird in der Vertriebspreisliste der Grundpreis berechnet und angezeigt. In den Beleg-Anwendungen des Vertriebs, z. B. in einem Vertriebsangebot oder einer Ausgangsrechnung, wird ebenfalls dieser Grundpreis pro Grundpreis-Bezugsmenge angezeigt und kann ausgegeben werden.

Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.1 zur Verfügung.

Historische Belegdaten von Vertriebsaufträgen

Zur Reduzierung der Datenmengen auf ein legitimes Maß bzw. für das Aufbewahren von Belegdaten steht Ihnen die neue Anwendung Beleg-Reorganisationseinstellungen/Historische Daten zur Verfügung. Darin legen Sie pro Belegart fest, ob Daten der betroffenen Belege behalten werden sollen. Auf diese können Sie dann zum Beispiel beim Suchen und Hinzufügen von Positionen in Belegen zurückgreifen.

Zum Abfragen der historischen Belegdaten von Vertriebsaufträgen steht Ihnen die neue Anwendung Cockpit: Historische Vertriebsaufträge zur Verfügung. In der Anwendung Aufbewahrungskategorien-Zuordnungen/Belegtypen können Sie auch für historische Daten entsprechende Zuordnungen vornehmen. Für diese sind keine Löschprüfungen festlegbar.

Soll ein Beleg reorganisiert werden, dann werden die Festlegungen zu historischen Belegdaten in Kombination mit den Aufbewahrungseinstellungen ausgewertet und entsprechende Daten erzeugt.

Diese Neuerung ist für den Belegtyp Vertriebsaufträge verfügbar.

Vertriebsauftragspositionen mit Belegbeziehungen importierbar

Vertriebsauftragspositionen können mit folgenden Beziehungen importiert werden:

  • Beschaffungsauftrag, optional mit Grund- und Detailposition (alle Detailpositionstypen)
  • Vertriebskontraktposition (nur Grundposition)
Hinweis
Diese Neuerung steht Ihnen ab Release 6.1 zur Verfügung.

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