Release-News: Betriebswirtschaftliche Lösungen

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Neben vielen kleinen und größeren Verbesserungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Fehlertoleranz und Robustheit sowie Ergonomie wurden diverse neue Funktionen und Anwendungen entwickelt. Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht über die wichtigsten Neuerungen und Optimierungen, die Sie mit Comarch ERP Enterprise 6.5 erhalten. Diese Übersicht spiegelt einen Ausschnitt aller Weiterentwicklungen wider. Eine Auflistung der Weiterentwicklungen finden Sie im Begleitschreiben zur Auslieferung.

Basis

Neue Einheiten

In der Anwendung Einheiten vom Framework Basis wurden die Typen von Einheiten erweitert.

Als neue Einheitentypen stehen „Energie“, „Leistung“ und „Flächengewicht“ zur Verfügung.

Einheitentyp Relevanz und Nutzen Beispiele für Maßeinheiten
Energie Ermöglicht die Verwaltung von verbrauchter, gespeicherter oder gelieferter Energie. Joule (J), Kilowattstunde (kWh)
Leistung Ermöglicht die Verwaltung des Energieumsatzes pro Zeiteinheit. Watt (W), Kilowatt (kW), Pferdestärke (PS)
Flächengewicht Die Masse (Gewicht) bezogen auf die Fläche. Dies ist ein kritischer Parameter bei der Bestellung, Lagerung und Abrechnung von flächigen Materialien, wie Papier, Textilien, Folien, Blechen oder Verpackungsmaterialien. Gramm pro Quadratmeter (g/m²), Kilogramm pro Quadratmeter (kg/m²)
Organisationsabhängige Einheiten für Gewicht und Volumen

Es können nun Gewichte und Abmessungen in verschiedenen Anwendungen („Artikel“, „Ausprägungen“ sowie Beleg-Anwendungen) in alternativen Einheiten angezeigt werden. Die Anzeige passt sich automatisch dem jeweiligen Organisationskontext an.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  • Zuweisung im Customizing: Auf Organisationsebene kann pro Einheitenkategorie eine abweichende “führende Einheit” definiert werden (z. B. „lb“ statt der Systemeinheit „kg“ für Standorte in den USA).
  • Anzeigeoptionen: Die Werte können flexibel per Tooltip oder dauerhaft über neue virtuelle Spalten (Zusatz: „abweichende Mengeneinheit“) eingeblendet werden. Diese lassen sich einfach über den Design-Modus hinzufügen.
  • Automatisierung in Logistikbelegen: In der Lieferauftragsart kann aktiviert werden, dass nachgewogene oder nachgemessene Werte direkt in der abweichenden Einheit vorgeschlagen werden.

Hinweis:
Bereits vorhandene oder importierte Werte bleiben dabei erhalten und werden nicht überschrieben.

Performance-Verbesserung für Artikelpreisverlauf

Aufgrund der Komplexität der Versionsverwaltung war der Artikelimport bisher sehr langsam.

Nach der Performance-Verbesserung werden die Einträge zum Artikelpreisverlauf nun anders im System gespeichert. Das Business-Objekt com.cisag.app.inventory.obj.ValuationPriceHistory, in dem die Einträge zum Artikelpreisverlauf gespeichert wurden, ist durch zwei Business-Objekte ersetzt worden: com.cisag.app.inventory.obj.ValuationPriceHistory2Key, das als Schlüsseltabelle dient, und com.cisag.app.inventory.obj.ValuationPriceHistory2Value, das als Wertetabelle dient. Das alte Business-Objekt wird nicht mehr verwendet.

Dies ermöglicht eine schnellere Eingabe von Artikelpreisdaten, insbesondere beim Importieren von Artikeln in großen Mengen.

Designmodus in Beschaffungs-, Verteil- und Produktionsvorschlägen

Neue Cockpit-Anwendungen und Wartungsanwendungen für Beschaffungs-, Verteil- und Produktionsvorschläge sind jetzt im System verfügbar. Ein Kernmerkmal beider ist der umfassende Designmodus, der das Hinzufügen und Entfernen von Feldern und Spalten sowie die Verwaltung personalisierter Ansichten und Tabellendesign ermöglicht.

Die neuen Cockpit-Anwendungen bieten ähnliche Aktionen wie frühere Vorschlagsanwendungen, jedoch mit Massenoperationen. In Kombination mit einer entsprechenden Wartungsanwendung, die speziell für die Bearbeitung einzelner Vorschläge vorgesehen ist, wird diese Integration voraussichtlich die Benutzererfahrung insgesamt erheblich verbessern.

  • Cockpit: Beschaffungsvorschläge
  • Cockpit: Verteilvorschläge
  • Cockpit: Produktionsvorschläge
  • Beschaffungsvorschläge bearbeiten
  • Verteilvorschläge bearbeiten
  • Produktionsvorschläge bearbeiten

Aufgrund technischer Herausforderungen mit dem Designmodus der alten Anwendungen für Beschaffungs-, Verteil- und Produktionsvorschläge werden diese durch die neuen Anwendungen ersetzt. Um Kunden eine Übergangsphase zu ermöglichen, bleiben die früheren Vorschlagsanwendungen in Version 6.5 verfügbar, werden jedoch ab Version 6.6 nicht mehr verfügbar sein.

Berechnete Werte in Beschaffungs-, und Verteilvorschläge

Neue berechnete Spalten als zusätzliche Informationen für Beschaffungs-, und Verteilvorschläge wurden zu den neuen Cockpits hinzugefügt.

Folgende Spalten wurden zu Cockpit: Beschaffungsvorschläge hinzugefügt:

  • Verfügbarkeitsmenge
  • Offene Liefermenge
  • Bruttopreis
  • Brutto-Gesamtbetrag

Folgende Spalten wurden zu Cockpit: Verteilvorschläge hinzugefügt:

  • Quell-Verfügbarkeitsmenge
  • Ziel-Verfügbarkeitsmenge
  • Offene Quell-Liefermenge
  • Offene Ziel-Liefermenge
  • Bruttopreis
  • Brutto-Gesamtbetrag

Die Werte der oben genannten Spalten werden durch entsprechende Aktionen wie “Verfügbarkeit berechnen”, “Offene Liefermenge berechnen” und “Preis abfragen” mit den erforderlichen Parametern aktualisiert. Diese zusätzlichen Informationen helfen den Benutzern bei der Entscheidung, ob ein Neukauf erforderlich ist.

Neue Cockpit-Anwendungen für Partner-Daten

Zur verbesserten Analyse Ihrer Partnerdaten wurden neue Cockpit-Anwendungen eingeführt. Diese ermöglichen eine gezielte Auswertung aufgrund von Partnerrollen innerhalb der jeweiligen Funktionsbereiche.

Die neuen Cockpits sind den entsprechenden Frameworks zugeordnet:

  • Framework Basis:
    • Cockpit: Mitarbeiter
    • Cockpit: Partner
    • Cockpit: Partner/Rechnungswesen
  • Framework Beschaffung:
    • Cockpit: Lieferanten
  • Framework Vertrieb:
    • Cockpit: Kunden
Funktionsumfang:
  • Relevante Dateninhalte: Jedes Cockpit ist auf die spezifischen Anforderungen seines Bereichs zugeschnitten und zeigt die dort relevanten Informationen an. Zusätzlich sind einige Detailsuchen verfügbar, die bei Bedarf aktiviert werden können.
  • Automatischer Organisationskontext: Die Cockpits filtern die Daten automatisch gemäß dem aktuellen Organisationskontext.
  • Flexibilität: Alle Cockpit-Anwendungen sind anpassbar, sodass Ansichten, aktivierte Detailsuchen, Auswahlfelder sowie anzeigbare Spalten und Sortierungen individuell angepasst werden können.
  • Ausgabe: Die bekannten Funktionen zur Ausgabe von Objekten stehen weiterhin zur Verfügung.

Beschaffung

Neue Hintergrundaktionen zum Prüfen und Buchen von Eingangsrechnungen (Cockpit: Eingangsrechnungen)

Es wurde die Möglichkeit zur Massenverarbeitung von Eingangsrechnungen eingeführt, um die Performance zu erhöhen und die Durchlaufzeit des Prozesses zu verkürzen.

Zu diesem Zweck wurden in der Anwendung „Cockpit: Eingangsrechnungen“ (verfügbar in den Frameworks „Beschaffung“ und „Rechnungswesen“) zwei Aktionen hinzugefügt, die folgende Hintergrundanwendungen starten.

  • [Eingangsrechnungen buchen] – Ermöglicht das Buchen mehrerer Eingangsrechnungen hintereinander. Nach erfolgreicher Buchung wird eine Buchungsnummer gespeichert.
  • [Eingangsrechnungen prüfen] – Ermöglicht die Massenprüfung (Validierung) von Rechnungen, die z.B. aus externen Systemen stammen (e-Rechnung, OCR, DMS, EDI), mit Protokollierung von Fehlern und Warnungen im Meldungsprotokoll.

In der Anwendung „Eingangsrechnungen“ wurde die Reihenfolge der Standardaktionen geändert, indem die Prüfung vor das Buchen gesetzt wurde, was die Fehlerbearbeitung erleichtert.

Verbesserte Kontrolle über Aktionspreislisten in Handelskalkulationen

Es wurde nun ein neuer Mechanismus in das System eingeführt, um eine präzisere Kontrolle über die bei der Preisberechnung verwendeten Daten zu ermöglichen.

In der Anwendung Handelskalkulationen steht nun eine neue Checkbox “Aktionspreisliste berücksichtigen” zur Verfügung. Damit können Benutzer Preislisten, die in der Anwendung Beschaffungspreislisten unter der Kategorie “Aktion” definiert sind, explizit einbeziehen oder ausschließen.

Diese Kontrollfunktion gilt für die Preisberechnung sowohl für Standard- als auch für Aktionspreislisten, die in der Anwendung Beschaffungspreislisten gepflegt werden.

Verarbeitung mehrerer Standorte in der Anwendung Beschaffungsvorschläge erzeugen

Das System wurde um die Möglichkeit erweitert, Beschaffungsvorschläge für mehrere Standorte zu erzeugen. Mehrere Standorte können ihre jeweiligen Lagerorte mithilfe der neu eingeführten Anwendung “Beschaffungsvorschläge-Lagerort-Zuordnungen” angeben und abrufen. Mit dieser Anwendung können Benutzer in Verbindung mit der Materialbedarfsplanung einen Standard-Eingangslagerort für einen Standort definieren. Auf diese Weise kann das System bei der Erzeugung von Beschaffungsvorschlägen für mehrere Standorte automatisch den richtigen Lagerort auswählen.

Berücksichtigung der Übergangszeit-Lagerzugang in der Anwendung Beschaffungsvorschläge berechnen

Um das Problem fehlender Vorschläge aufgrund einer unzureichend prognostizierten Bestandserkennungsdauer zu beheben, wurde die Zeitbereichsberechnung des Systems bei der Berechnung von Beschaffungs- und Verteilvorschlägen korrigiert. Das Ende des Erkennungszeitbereichs wird nun einheitlich um einen Tag plus die “Übergangszeit-Lagerzugang” aus den Artikelplanungsdaten verlängert. Diese Verlängerung wird nun universell angewendet, unabhängig davon, ob ein Lieferkalender verwendet wird.

Rechnungswesen

Aktuelles Ausführungsdatum als Buchungsdatum für Rechnungen verwenden

Die Aktion „Rechnungen übertragen“, mit der die Eingangsrechnungen oder Ausgangsrechnungen an das angeschlossene Rechnungswesen übertragen werden, wurde erweitert.

In den Anwendungen „Cockpit: Eingangsrechnungen“ und „Cockpit: Ausgangsrechnungen“ der Frameworks Beschaffung, Rechnungswesen und Vertrieb lässt sich die Aktion „Rechnungen übertragen“ ausführen.

In dem Dialogfenster der Hintergrundanwendung wurde der Parameter „Einstellung Buchungsdatum“ um die Auswahl „Ausführungsdatum verwenden“ erweitert. Wird diese Option gewählt, verwendet das System als Buchungsdatum das aktuelle Datum der Ausführung von der Hintergrundanwendung.

Dies ist besonders relevant bei einem zeitgesteuerten Start der Hintergrundanwendung. Wenn die Verarbeitung der Rechnungen zeitversetzt erfolgt, wird immer das Datum der tatsächlichen Durchführung als Buchungsdatum verwendet.

Produktion

Erweiterung der Terminänderung von Produktionsaufträgen um das Sperren von Positionen

Die Steuerung von Änderungen von Mengen und Zeiten bei der Reterminierung von Produktionsaufträgen wurde verbessert. Es wurde die Möglichkeit eingeführt, ausgewählte Positionen innerhalb eines Produktionsauftrags während Reterminierungen manuell zu sperren. Dazu wurde das neue Attribut “Mengen und Zeiten gesperrt” auf Detailebene des Produktionsauftrags hinzugefügt. Mit diesem Feld können Benutzer bestimmte Positionen angeben, deren Mengen und Zeiten nicht neu berechnet werden sollen. Die übrigen Positionen werden standardmäßig neu berechnet.

Verbesserung des Terminierungsmechanismus in Produktionsaufträgen

Bisher konnte bei der Reterminierung von Produktionsaufträgen über eine Checkbox gesteuert werden, ob mit Administrationszeit/Übergangszeit-Lagerzugang gerechnet werden sollte. Die Übergangszeit-Lagerzugang ließ sich jedoch nicht separat steuern.

Das System bietet nun eine verbesserte Möglichkeit, Administrationszeit und Übergangszeit-Lagerzugang für jeden Produktionsauftrag separat zu steuern. Konkret wurde die Checkbox “Mit Administrationszeit/Übergangszeit-Lagerzugang” im Reterminierungsdialog entfernt und durch eine neue “Administrationszeit” ersetzt, die im Auftragskopf gespeichert und angezeigt wird. Dies vereinfacht den Ablauf, verbessert die Vorhersagbarkeit der Terminierung und erhöht die Benutzerfreundlichkeit.

Bearbeitung und Formatierung von Langtext in der Produktkonfiguration

Es wurde die Möglichkeit eingeführt, langen und formatierten Text in Feldern vom Typ Langtext im Dialogfenster der Produktkonfiguration zu bearbeiten. Neben einem Feld dieses Typs wurde ein Editor-Icon (Diamantsymbol) hinzugefügt. Nach Auswahl des Icons öffnet sich ein neues Fenster mit einem vollständigen Editor, der die Eingabe und Formatierung von Inhalten ermöglicht. Die Änderung umfasst alle Anwendungen, die den Produktkonfigurationsdialog verwenden, also Produktionsaufträge, Beschaffungsaufträge und Produktkonfigurationsregeln. Die neue Funktion stellt eine einheitliche Art der Bearbeitung komplexer Beschreibungen in diesen Bereichen sicher. Durch die Verwendung des Editors kann der Benutzer bequem mit längeren Inhalten arbeiten, ohne die Einschränkungen des Standard-Textfeldes.

Vereinheitlichung der Logik der Operationszeit – Bearbeitung ausschließlich auf Ressourcenebene

Es wurde eine Änderung implementiert, die die Berechnung der Bearbeitungszeit in Produktionsaufträgen standardisiert. Bisher wurde der Wert des Felds “Soll-Bearbeitungszeit” im Positionseditor sowohl aus Ressourcenzeiten berechnet als auch zur manuellen Bearbeitung angeboten, was zu inkonsistenten Ergebnissen der Terminierung führen konnte. Ab sofort wird die Bearbeitungszeit sowohl bei der Terminierung als auch bei manuellen Anpassungen immer auf Basis der Ressourcenarbeitszeit berechnet. Das bedeutet, dass der Benutzer lediglich die Ressourcenarbeitszeit bearbeiten muss und das System die Bearbeitungszeit automatisch aktualisiert. Diese Aktualisierung stellt sicher, dass die Soll-Bearbeitungszeit des Arbeitsgangs als Maximum aller zugeordneten Ressourcen berechnet wird – eine Logik, die nun systemweit einheitlich für Bearbeitungs- und Rüstzeiten gilt. Diese Änderung beseitigt bisherige Unklarheiten, gewährleistet Datenkonsistenz und verbessert die Vorhersagbarkeit der Terminierung.

Vereinheitlichung des Datenmodell Arbeitsgang-Abhängigkeiten

Es wurde eine Änderung implementiert, um die Speicherung von Produktionsarbeitsgang-Abhängigkeiten in der Datenbank vollständig mit deren Anzeige und Auswahl in der Benutzeroberfläche abzustimmen. Bisher wurde der ausgewählte Abhängigkeitstyp nicht direkt in der Benutzeroberfläche gespeichert; das System leitete ihn nachträglich aus einer Kombination technischer Parameter ab, was zu Mehrdeutigkeiten führen konnte. Diese Änderung führt einen einheitlichen Wertesatz (ValueSet) ein, der sicherstellt, dass jeder Abhängigkeitstyp exakt so gespeichert wird, wie vom Benutzer ausgewählt. Dadurch werden Probleme durch das Überschreiben von Benutzerauswahlen beseitigt und eine korrekte Datenvalidierung ermöglicht.

Individuelle Konfiguration der Rundung der Operationszeit auf volle Lose

Das Projekt führte die Möglichkeit ein, für jeden einzelnen Arbeitsgang anzugeben, ob die Ressourcenarbeitszeit auf das nächste Vielfache des absoluten Bezugsfaktors gerundet werden soll. Zuvor konnte diese Rundung nur global über System-Properties aktiviert werden:

  • com.cisag.app.production.QuantitiesCalculator_RoundUpOperationBatch
  • com.cisag.app.production.QuantitiesCalculator_RoundUpExtOp

Dies verhinderte eine präzise Anpassung des Verhaltens an verschiedene Arbeitsgangstypen. Daher wurde dieses Verhalten durch die Möglichkeit ersetzt, die Rundung direkt in den Arbeitsgangsstammdaten zu konfigurieren.

Im Arbeitsgangskopf und im Positionseditor von Produktionsaufträgen, einschließlich Fremdfertigungsarbeitsgängen, steht nun die neue Checkbox “Sollbearbeitungszeit mit Bezugsfaktor aufrunden” zur Verfügung. Dadurch kann das System die Bearbeitungszeit korrekt berechnen, wenn die Ausführung des Arbeitsgangs vollständige Arbeitszyklen einer Ressource erfordert. Ein Beispiel hierfür ist ein Ofen, der eine bestimmte Anzahl von Broten gleichzeitig für eine bestimmte Zeit backt.

Produktkalkulation Baumstruktur

Bisher wurde auf der Registerkarte “Kalkulationsinformationen” in der Anwendung “Produktkalkulation” die Baumstruktur von Stücklisten, Arbeitsgängen und Ressourcen angezeigt. Das System speicherte jedoch keine entsprechenden Referenzen zwischen Halbfabrikaten und ihren untergeordneten Details in der Datenbank, sodass es unmöglich war, bei der Erstellung von Berichten einen Drilldown zu detaillierten Informationen durchzuführen.

Die Erweiterung führt das neue Attribut ProductCostCalculationDetail:parentGuid ein, um zusammen mit dem Attribut ProductCostCalculationDetail:level die hierarchische Baumstruktur der Kalkulation für OQL-Abfragen zu ermöglichen, was die Nutzung in Kundenanpassungen und externer Software vereinfacht.

Rückmeldedatum in der Anwendung Produktionsabgänge

Die Änderung führt das Rückmeldedatum in der Anwendung Produktionsabgänge ein und stellt dessen korrekte buchhalterische Validierung sicher, ohne die Datenstruktur zu ändern und ohne Einfluss auf bestehende Prozesse zu haben.

Prognosen im Fixierungshorizont

Die Änderung führt die optionale Berücksichtigung von Prognosen im Fixierungszeitraum des Artikels ein, was die Bestandsberechnung und die Mengen der Vorschläge beeinflusst. Das Feature kann in der Anwendung „Materialbedarfsplanung“ über die Checkbox „Prognosen im Fixierungshorizont“ aktiviert werden. Bei aktiviertem Feature werden Prognosen im Fixierungszeitraum des Artikels in die Planung eingelesen und bei der Verrechnung der Prognosemengen mit den realen Abgängen berücksichtigt.

Lagerlogistik

Sperren und Freigeben von Ladeeinheiten

Die Kontrolle über das Ladeeinheitenmanagement wurde durch die Einführung von Aktionen zum Sperren und Freigeben erhöht.
In der Anwendung Cockpit: Ladeeinheitenbestände wurden die Aktionen [Ladeeinheiten sperren] und [Ladeeinheiten freigeben] hinzugefügt
Die neuen Aktionen können über Workflow ausgeführt werden.

Erzeugen von Lageranforderungen für Sonderbestand

Die Aktion [Lageranforderungen erzeugen] in der Anwendung Cockpit: Bestände wurde um die Unterstützung von Sonderbestand erweitert. Mit dieser Änderung wird die Umlagerung von Bestand ermöglicht:

  • vom freigegebenen Bestand in den Sonderbestand,
  • vom Sonderbestand in den freigegebenen Bestand,
  • zwischen Zonen für Sonderbestand

Im Dialog Lageranforderungen erzeugen ist – sofern die ausgewählte Lageranforderungsart die Verwendung Sonderbestand besitzt – für den Zielort der Parameter Sonderbestand editierbar. Dadurch ist eindeutig erkennbar, ob die Lageranforderung Sonderbestand betrifft.
Die neue Funktion ermöglicht die schnelle Erstellung von Lageranforderungen für Sonderbestände, ohne separate Anwendungen oder manuelle Prozesse zu verwenden

Reorganisation von Ladungen

Es wurde die lange erwartete Möglichkeit zur Reorganisation (Löschung) abgeschlossener Ladungsbelege eingeführt.

Zu diesem Zweck wurde die Anwendung Ladungen reorganisieren hinzugefügt.

Voraussetzung für die Reorganisation ist, dass sich die Ladungen im Status „Versandt“ befinden und zusätzlich mit einer Löschmarkierung versehen sind.

In der Anwendung Cockpit: Ladungen wurden Aktionen zum Setzen und Entfernen von Löschkennzeichen aktiviert.

Hinzufügen der Filterung nach Klassifikationen von Lagerartikeln in Listen des Bereichs Lagerlogistik

Es wurde ermöglicht, in Cockpit-Anwendungen aus dem Bereich Lagerlogistik über alle 5 Klassifikationen von Lagerartikeln zu suchen und zu filtern. Dies ermöglicht eine erweiterte Suche, z.B. die Identifikation von Gefahrgut im Lager, dessen Gefährdungsstufe in Klassifikation 3 codiert ist, oder Abfragen zum aktuellen Wert von Artikelgruppen (z.B. Fahrräder, codiert in Klassifikation 1).
Die Funktion wurde u.a. hinzugefügt zu Cockpit: Bestände, Cockpit: Inventurbögen/Positionen, Cockpit: Lageraufträge/Positionen, Cockpit: Inventurzähllisten/Positionen, Cockpit: Ladeeinheitenbestände  sowie Cockpit: Lagerplatzbestände/Artikel.

Designmodus in der Anwendung Routen

In der Anwendung Routen steht nun der Designmodus zur Verfügung. Damit ist die Anwendung ab der neuen Version konfigurierbar.

Löschen von Lagerplätzen

In der Anwendung Cockpit Lagerplätze wurden Aktionen bereitgestellt, die das Löschen von Lagerplätzen sowie das Setzen/Entfernen des Löschkennzeichens ermöglichen.
Um einen Lagerplatz zu löschen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • kein Bestand auf dem Lagerplatz,
  • keine unverarbeiteten Lagertransaktionen,
  • keine aktiven Inventursperren,
  • Lagerlogistik-Server heruntergefahren.
ACID für die Erstellung von Lagerplatzreservierungen

Die Funktion führt transaktionssichere (ACID) Erstellung und Löschung von Lagerplatzreservierungen über den Lagerlogistik-Server ein, reduziert synchrone Reservierungen in Anwendungen und ordnet die Behandlung von Kommissionierung und Eigentumsübertragung, ohne Änderungen in der Benutzeroberfläche.

Die wichtigste Änderung ist, dass Lagerplatzreservierungen nicht beim Erstellen der indirekten Kommissionierung (über Lagerauftrag) entstehen, sondern erst während der Lagertransaktion.

Die Änderungen zielen auf höhere Stabilität und bessere Performance unter hoher Last sowie auf ein geringeres Risiko inkonsistenter bzw. korrupter Daten ab.

Qualitätsmanagement

Erweiterung des Moduls Qualitätsmanagement um die In-Prozess-Prüfung und Unterstützung der Produktionsprüfung

Das neue Qualitätsmanagementmodul bietet verbesserte Unterstützung für die Qualitätsprüfung während des Produktionsprozesses und für die Qualitätsprüfung des Fertigprodukts. Es wurde die Möglichkeit hinzugefügt, Prüfpläne für die Produktion mit einer vollständigen Parameterliste zu erstellen, sodass Benutzer die Messungen auswählen können, die bei jedem Produktionsarbeitsgang durchgeführt werden sollen. Benutzer können den Messbereich dynamisch anpassen, zusätzliche Parameter hinzufügen oder ausgewählte Analysen basierend auf dem Produktionsprozess überspringen. Es wurde die Unterstützung für mehrere fertigungsbegleitende Qualitätsprüfungen eingeführt, zusammen mit der Möglichkeit, Prüfungen mit individuell ausgewählten Parametern zu wiederholen. Darüber hinaus wurde eine Funktion implementiert, mit der Ergebnisse aus fertigungsbegleitenden Qualitätsprüfungen automatisch in die Analyse des Fertigprodukts kopiert werden können, wenn die Ergebnisse übereinstimmen.

Wichtigste Merkmale der neuen Funktionalität:

  • Die Anwendung “Arbeitsgänge” wurde um die Checkbox “Prüfarbeitsgang” erweitert, über die Benutzer Prüfarbeitsgänge definieren können.
  • In der Anwendung “Kontrollplan-Zuordnungen” können Benutzer einem Kontrollplan Prüfarbeitsgänge für die Qualitätskontrolle im Produktionsprozess zuweisen.
  • Die Anwendung “Produktions-Auftragsarten” wurde um die Registerkarte “Qualitätsprüfung” erweitert, über die Benutzer den Prüfplan- und Prüfauftragsart für Arbeitsgänge definieren können.
  • Der Anwendung “Produktionsaufträge” wurde die Ansicht “Qualitätsprüfungsdaten” zur Positionstabelle hinzugefügt, die Informationen zu geprüften, akzeptierten und abgelehnten Mengen enthält. Die neue Aktion “Prüfaufträge erzeugen” wurde eingeführt, um Prüfaufträge im Produktionsprozess zu erstellen.
  • Die Anwendung “Wareneingänge” wurde um eine Überprüfung erweitert, mit der bestätigt werden kann, ob während des Produktionsprozesses eine Qualitätsprüfung erforderlich ist, der Prüfprozess jedoch noch nicht abgeschlossen ist.
  • Belegreferenzkette: Zeigt Prüfprozesse während und nach ihrer Ausführung an.

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